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Im Gedenken an Edith Stohl, die vielen Frauen Mut machte ihren Weg zu gehen

Im Juli 2019 hat uns Edith Stohl auf unserem Sommerfest noch die Ehre gegeben, nun ist sie nicht mehr unter uns. Eine besondere, eine erstaunlich, eine engagierte, eine herzliche, eine wunderbare Frau, die sich seit vielen Jahren für Frauensolidarität, Frauenrechte und Selbstbestimmung für Frauen im beruflichen wie privaten Leben engagiert hat. Viel zu früh ist sie von uns gegangen.

Wir trauern mit ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden und unserem Partnernetzwerk “Frauennetzwerk Medien” um diese starke Frau.
Als Andenken möchten wir den Nachruf des Frauennetzwerk Medien veröffentlichen:

12. November 2019 Martina Madner © Frauennetzwerk Medien

Manchmal, da gibt es im Leben Begegnungen, die uns für immer berühren. Begegnungen, die etwas verändern – für immer. So eine Begegnung hatten viele von uns mit Edith Stohl. Sie war eine starke, kluge, einfühlsame Frau, die den Jüngeren unter uns als Feministin und Journalistin zum prägenden Vorbild wurde. Edith unterstützte, förderte und hatte ein offenes Ohr für alle, die ihren Rat und ihre Hilfe suchten. „Gut, dass du da bist! Wie geht es dir?“ Das waren keine leeren Worthülsen bei Edith, sie hat sie ernst gemeint, nachgefragt, nachgehakt, sich um andere Frauen ernsthaft bemüht. Und sie hat uns immer wieder gesagt, dass wir auf uns aufpassen sollen und müssen – weil man sich selbst zu schnell zu viel zumutet. 

Den Älteren unter uns war sie eine zuverlässige Freundin und Mitstreiterin; schon 1997 hat sie sich beim ersten Frauenvolksbegehren als Mitinitiatorin engagiert. Edith war mutig. 2009 brach sie auf und ging für ein Jahr auf Reisen. Ganz allein und völlig auf sich gestellt sammelte sie Eindrücke und Erfahrungen in Südostasien. Voll Energie und Lebenslust kehrte sie danach zurück, um Jahre verjüngt, wie uns schien. Sie hatte sich auf Neues eingelassen und sich neu erfunden. Auch dafür haben wir Edith aus tiefstem Herzen bewundert. 

Von ihrem Mut profitierte auch das Frauennetzwerk Medien: Als es vor einigen Jahren einzuschlafen drohte, nahm sie als Gründungsmitglied sein Schicksal in die Hand und lud Frauen zu einem möglicherweise letzten Treffen ein. Es wurde das erste von vielen. Sie rückte den Neuen und Jüngeren die Bedeutung des Frauennetzwerks wieder ins Bewusstsein. Wir starteten voller Energie neu durch, mit Edith an der Spitze. Nie vergessen werden wir ihre Freude, als wir sie zur Vorsitzenden wählten. Sie strahlte – sichtbar und fühlbar. Aber Edith war nicht nur unsere Vorsitzende, auch über das Ehrenamt hinaus hat sie mit ihrem Engagement viel Positives bewirkt. Wir werden ihr dafür immer dankbar sein.

Manchmal war Edith resolut. Etwa dann, wenn eine von sich in der männlichen Form gesprochen hat. Ein „Ich als Journalist denke…“ ließ sie nicht durchgehen. „Wenn, dann denkst du das als Journalistin!“ korrigierte sie empört. Sprache war Edith wichtig, denn Sprache schafft bekanntlich Realität.

Frauensolidarität war ihr wichtig. Sie war unsere Vorsitzende, hatte eine starke Meinung und hat die Linie vorgegeben. Sie hat an uns Frauen in ihrem Vorstand geglaubt, uns unterstützt, war stolz auf jede Einzelne von uns und hat sich mit uns über unsere Erfolge und Auszeichnungen gefreut! Genauso stolz waren wir auf sie, als sie das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich erhalten hat. 

Ein starkes Frauenherz hat aufgehört zu schlagen und wir sind unendlich traurig. Edith, Du wirst als Journalistin, als Frau, als Mutter, als Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien und als Freundin schrecklich fehlen. Dein starker Wille, dein Humor und dein Kampf für Frauenrechte – all das bewahren wir in unseren Herzen!

Deine Vorstandsfrauen
Kristin Allwinger, Cornelia Breuß, Bettina Figl, Jelena Gučanin, Münire Inam, Martina Madner, Elfriede Hammerl, Veronika Pelikan, Gabriele Pflug, Olivera Stajić, Andrea Vyslozil, Alexandra Wachter und Augustine Wöss

sowie 

die ehemaligen Vorsitzenden und Wegbegleiterinnen im Frauennetzwerk Medien Brigitte Handlos, Tessa Prager, Lydia Ninz, Karin Strobl und Astrid Zimmermann

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