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Mitgliederporträt: Daseinsvorsorge braucht starke Strukturen


Wie Heidrun Maier-de Kruijff europäische Rahmenbedingungen für die öffentliche Wirtschaft mitgestaltet



DLC-Mitglied Heidrun Maier-de Kruijff ist Geschäftsführerin im Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs sowie im Verband kommunaler Unternehmen Österreichs.
DLC-Mitglied Heidrun Maier-de Kruijff ist Geschäftsführerin im Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs sowie im Verband kommunaler Unternehmen Österreichs.

Wenn über Logistik gesprochen wird, geht es oft um Warenströme, Lieferketten oder Verkehrsinfrastruktur. Für Heidrun Maier-de Kruijff beginnt das Thema jedoch an einer anderen Stelle: bei der Daseinsvorsorge. Denn für sie ist Logistik weit mehr als der Transport von Gütern – sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der kritischen Infrastruktur und damit eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Gesellschaft.


Als Geschäftsführerin des Verbands der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) sowie des Verbands kommunaler Unternehmen Österreichs (VKÖ) beschäftigt sie sich täglich mit europäischen Gesetzgebungsprozessen und deren Auswirkungen auf die öffentliche Wirtschaft und Daseinsvorsorge.


Europa verstehen, Zusammenhänge gestalten


Geprägt wurde Maier-de Kruijffs beruflicher Weg bereits früh. Nach dem Studium arbeitete sie fünfeinhalb Jahre in Brüssel als Assistentin eines Europaabgeordneten. „Das dabei erworbene Verständnis dafür, wie Europa funktioniert, hilft mir, komplexe Themen besser einzuordnen“, sagt sie. Heute begleitet sie gemeinsam mit ihrem Team europäische Gesetzgebungsprozesse in unterschiedlichsten Bereichen – vom Vergabe- und Beihilfenrecht bis hin zur Verkehrspolitik. Ziel ist es, die Interessen der öffentlichen Wirtschaft einzubringen und die Daseinsvorsorge als tragende Säule des europäischen Wirtschaftsmodells zu stärken. Dass der Verband auch in Zeiten, in denen die öffentliche Wirtschaft verstärkt unter Kritik stand, neue Mitglieder gewinnen und sich als anerkannte Expert:innenplattform etablieren konnte, zählt sie zu den größten Erfolgen ihres beruflichen Werdegangs.


Für Maier-de Kruijff ist klar: Gerade funktionierende logistische Strukturen tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit Europas bei. Deshalb sieht sie auch die schrittweise Ökologisierung der Logistik als konsequenten nächsten Entwicklungsschritt.


Mit Ausdauer und Vertrauen


Europäische Gesetzgebungsprozesse verlangen Geduld. Umso wichtiger sind für Maier-de Kruijff Eigenschaften wie strukturiertes Denken, Durchhaltevermögen und vor allem Vertrauen in das eigene Team. Inspiration findet sie dabei an einem Ort, der auf den ersten Blick wenig mit europäischer Politik zu tun hat: in ihrem Garten. Vielleicht gerade deshalb, weil dort sichtbar wird, was auch ihre berufliche Arbeit auszeichnet: Entwicklungen brauchen Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, langfristig zu denken.


Frauen sollen einander sichtbar machen


Auf den DamenLogistikClub wurde Maier-de Kruijff über Doris Pulker-Rohrhofer, Geschäftsführerin des Hafen Wien, aufmerksam. Netzwerke versteht sie nicht als Einbahnstraße: „Ein Netzwerk bietet nur dann einen Mehrwert, wenn es auf gegenseitigem Geben und Nehmen beruht.“ Deshalb bringt sie ihr Wissen über europäische Zusammenhänge und Gesetzgebungsprozesse gerne in den Austausch ein. Jungen Frauen rät sie, mutig zu sein und für ihre Themen einzustehen. Ebenso wichtig sei es, dass Frauen einander unterstützen, sich gegenseitig auf Podien heben und Solidarität zeigen.

Passend zu ihrem persönlichen Motto lautet ihr Rat deshalb auch: „Immer wieder aufstehen.“ Und noch etwas verrät sie über sich selbst: Im Schwimmbecken sei sie ein anderer Mensch.


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